Nachdem der Maestro es nach gut drei Wochen tatsächlich geschafft hat mir die Zahlungsaufforderung der Uni Mainz zu übermitteln (wofür teilt man denen eigentlich eine Adressänderung mit?), kommt hier die Antwort in Form eines offenen Briefes an den Präsidenten der Universität Mainz. Dieses Schreiben wurde ihm auch postalisch übermittelt. Ein wenig Freude bereitet mir sowas ja schon ;-)
Prof. Dr. Georg Krausch
Universitätspräsident
Johannes Gutenberg-Universität
D 55099 Mainz
Antwort auf den Ablehnungsbescheid vom 15.12.2011
Sehr geehrte Herr Prof. Dr. Krausch,
am 15.12.2011 haben es Ihre Verwaltungsangestellten tatsächlich für an der Zeit erachtet auf meinen Widerspruch gegen Ihren Ablehnungsbescheid zur Zulassung des Masterstudienganges Humangeographie an ihrer Hochschule zu antworten. Ich bin Ihren Mitarbeitern zutiefst für dieses Schreiben dankbar, denn es zeigt mir, dass ich mich glücklich schätzen kann nicht an Ihrer Hochschule aufgenommen worden zu sein.
Eine Hochschule, deren Verwaltung scheinbar weder des freien Denkens, des Lesens noch des Rechnens fähig ist, ist für mich der falsche Ort für das Absolvieren eines Studiums. Ich verstehe durchaus, dass eine Bewerbung eine gewisse Form aufweisen muss. Und ich verstehe durchaus, dass bei groben Formfehlern keine Zulassung erfolgen kann, aber bis heute bleibt für mich unverständlich, dass die Ausweisung einer ECTS-Gesamtpunktzahl auf dem von einer anderen deutschen Universität ausgestellten Transcript of Records, auf dem sämtliche bis zu diesem Datum abgeleisteten Module mit zugehöriger Note und ECTS-Punktzahl ausgewiesen sind, die Form dermaßen brechen soll, dass eine Zulassung nicht möglich zu sein scheint. Dies besagt mir doch entweder, dass die Mitarbeiter des Rechnens oder des Denkens nicht fähig sind. Welcher dieser beiden Punkte als schlimmer erachtet werden muss, bleibt Ihnen selbst überlassen.
Unverhohlen finde ich nun, dass Ihre Angestellten, Herr Prof. Dr. Krausch, mir auf mein Widerspruchsschreiben vom 25.08.2011 nun zwei Monate nach Beginn des Studiums antworten:
„Ihr Widerspruch, zu dessen Entscheidung die Johannes Gutenberg Universität gem. §73 Abs.1 Nr. 3 VwGO befugt ist, ist zulässig, jedoch unbegründet.“
Nun sind wir am Punkt der Leseschwäche Ihrer Mitarbeiter angelangt. Ich habe bei Ihren Mitarbeitern tatsächlich am 25.08.2011 Widerspruch eingereicht, soweit ist bisher alles korrekt. Doch habe ich keineswegs einen Widerspruch in Form eines leeren Blattes Papier eingereicht, auf dem lediglich geschrieben stand „Hiermit widerspreche ich dem von Ihrer Hochschule übersandten Ablehnungsbescheid. Macht‘s gut und bis bald dann, Michael“. Nein, ich habe ausführlich erläutert (Leseschwäche), dass ich die mir vorliegende Begründung (Rechenschwäche) für unverhältnismäßig (unfreies Denken) empfinde und dass der Fehler nicht einmal mir persönlich anzulasten ist. Ich sollte hierbei vielleicht erwähnen, dass sämtliche Bewerber der KU Eichstätt-Ingolstadt aufgrund der nicht explizit ausgewiesenen ECTS-Gesamtpunktzahl abgewiesen wurden. Lediglich eine Ausnahme gab es: eine Kommilitonin, die sich das Transcript of Records aus Zeitgründen selbst ausgestellt hatte und dies vom Prüfungsamt der KU lediglich stempeln ließ.
Dass Ihre Hochschule eine Bearbeitungsgebühr für einen abgelehnten Widerspruch verlangt, war bei Erstellen des Widerspruchs bekannt. Dass Ihre Mitarbeite aber tatsächlich die Dreistigkeit besitzen ganze zwei Monate nach Beginn des Studiums den Widerspruch zu bearbeiten um dann diese Gebühr einzutreiben, schlägt dem Fass den Boden aus. Zwei Monate nach Beginn des Studiums, dreieinhalb Monate nach Erhalt des Widerspruchs. Wie wäre denn bitte das Verfahren gewesen, wenn der Widerspruch akzeptiert worden wäre?
„Sehr geehrter Herr Hilbig, ihr Widerspruch wurde akzeptiert. Bitte bedauern Sie, dass das Semester nun seit zwei Monaten läuft und sie somit ihre Anwesenheitspflicht verletzt haben. Für die Semesterabschlussprüfungen können wir Sie somit leider nicht mehr zulassen. Die betreffenden Kurse werden im nächsten Wintersemester wieder für Sie angeboten. Mit freundlichen Grüßen“
Falls sie sich nun denken, Herr Prof. Dr. Krausch, dass ein solches Schreiben doch keine Art ist, wie man mit einem Universitätspräsidenten umzugehen hat, dann mag das sein. Die Art aber, wie Ihre Mitarbeiter mit den Existenzen junger Menschen umgehen ist keinen Deut besser.
Sicherlich können Sie sich denken, dass ich nicht gewillt bin, die anberaumte Bearbeitungsgebühr zu zahlen. Und ebenso sicher können Sie sich sein, dass ich nicht mehr gewillt bin an Ihrer Hochschule ein Studium aufzunehmen. Es wird mir sogar eine Freude bereiten öffentlich von einem Studium an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz abzuraten. Ich verbleibe Ihnen gegenüber dennoch hochachtungsvoll.
Michael Hilbig
Zum Abschluss noch ein von mir inzwischen lieb gewonnener Witz:
Gehen zwei Blondinen am Rhein entlang, da sagt die eine „Meins ist ein Drecksloch!“ Darauf die andere: Ach, geben Sie es zu, Sie kennen das Ende bereits…
Mein Position zu Sido war, wie man es ich vielleicht denken konnte bislang sehr stark der Ablehnung gleichbedeutend. Nun denn, hab gerade zufällig über tape.tv "Geboren um frei zu sein" gesehen und zolle nunmehr Respekt. Eine in meinen Augen wunderbare Neuinterpretation eines wunderbaren Songs eines wunderbaren Künstlers. Danke!
Was soll ich groß sagen? Die Bachelorarbeit ist abgegeben, mir ist somit ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Großartig feiern konnte ich das letzte Woche aufgrund des Ziehens eines Weisheitszahnes nicht, das wird dann eben die nächsten Tage erledigt. Jetzt erstmal zusehen, dass wieder etwas Geld aufs Konto kommt und vielleicht steht ja nochmal ne schöne Reise an. Wenn nicht jetzt, wann dann? Afrika oder Lateinamerika wäre ne Wolke. We'll see...
Hab schon lange kein ganzes Konzert mehr eingebunden, deshalb heute. Casper im Rockpalast. Ich mag den Rockpalast. Ich mag Casper.
Unglaublich aber wahr: Es geht voran! Hab grad tatsächlich meinen ersten Audiorohschnitt für die Bachelorarbeit fertig bekommen. in zwei verschiedenen Versionen. Die musikalische Untermalung lässt sich auch noch variieren. Morgen ab ins Unternehmen, einmal mit den Kollegen besprechen und zerlegen und dann kann ich tatsächlich meine Arbeit fertig schreiben. Ist das nicht was? Ich bin auf jeden Fall glücklich darüber, dass ich fertig werden kann, wird langsam ja auch mal Zeit ;-)
Und by the way: long live free music!
Aus dem Studium wurde nichts. Da kann man nichts machen. Naja, somit kann ich die Zeit tatsächlich nutzen, um mal mit der BA aus dem Arsch zu kommen. Gleich nach Dortmund das erste Interview aufnehmen, es läuft.
Anbei noch der Ohrwurm des Wochenendes. Sehr schönes Format übrigens, diese Black Cab Sessions. Die nächste Ausgabe zeigt die wunderbare Leslie Feist. Da freu ich mich drauf...
Postscriptum: Ja, ich habe mal ein wenig hier was verändert, hoffe es gefällt.
Geh ma steil!
So, morgen der Tag X. Aller Voraussicht nach kann ich in Kiel den Master machen. Feinheiten werden noch geklärt. Stadt- und Regionalentwicklung. Schluss mit den "Und was willst du damit machen?" Fragen, die sich auf die Geographie als solches beziehen.
Wenn die Feinheiten geklärt sind heißt es noch schnell ne WG finden und dann gehts auch schon in einer Woche los. Nebenher die BA aus dem Ärmel zaubern (endlich verspüre ich den nötigen Druck um dat Ding mal anzugehen!) und ab dafür. Studieren, wo andere Urlaub machen. das Konzept zieht sich durch. Hulla will Meer...
By the way: Azu hat mich auf diesen Wunderbaren Künster aus dem Vereinigten Königreich aufmerksam gemacht, Danke! Das Album wird wohl der nächste Kauf...
Irgendwie finde ich das Lied toll, denn der gute Mann hat Recht!
Freiheit kann man nicht eingrenzen
Freiheit muss man ausatmen!